4. Januar 2011 08:22 Uhr

Beitrag in "Süddeutsche": FDP krankt nicht allein an Westerwelle

Die FDP kommt aus ihren Problemen nicht heraus, wenn Guido Westerwelle als Parteichef seinen Hut nimmt. Dieser Auffassung ist Matthias Jung, Chef der Forschungsgruppe Wahlen. In einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung" schreibt er, die FDP habe ihre Situation bislang nicht realistisch analysiert. Zwar sei die Partei unter Westerwelle sehr zugespitzt worden auf Positionen in der Steuerpolitik. Doch der eigentliche Fehler sei gewesen, das starke Ergebnis der Bundestagswahl als Zustimmung zu diesen Positionen zu deuten. Das sei nicht der Fall - viele Umfragen zeigten, dass eine große Mehrheit der Wähler Steuersenkungen für unrealistisch hielten. Die FDP habe also vor allem deshalb gewonnen, weil bürgerliche Wähler eine neuerliche Große Koalition verhindern wollten. Es sei ihnen nichts anderes übrig geblieben, als den Liberalen eine Stimme zu geben. Jung schreibt, die programmatische Krise der Partei gehe tiefer, als dass sie mit einem Rücktritt Westerwelles gelöst werden könne.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)