4. Januar 2011 13:50 Uhr
Eine der Schlagzeilen von heute Vormittag ist die neue Arbeitslosenzahl. Sie ist im Dezember leicht gestiegen. Hinter dem Begriff "Arbeits- oder Erwerbsloser" verbirgt sich eine statistische Definition. Die Bundesagentur für Arbeit erfasst einen Bürger als arbeitslos, wenn dieser fähig ist, eine Arbeit aufzunehmen und dies auch will. Bleibt also jemand einfach zu Hause und stellt keinen Antrag, wird er von der offiziellen Statistik nicht mitgezählt. Der Wille zum Arbeiten schließlich bedeutet: Jemand muss mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten wollen. Kritiker bemängeln allerdings, dass viele Arbeitslose aus der Statistik herausfallen. Etwa solche, die gerade in einem 1-Euro-Job arbeiten, oder die an verschiedenen Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung oder Weiterbildung teilnehmen. Auch sogenannte "Aufstocker" zählen nicht dazu, also Personen, deren Einkommen so gering ist, dass es durch Arbeitslosengeld II auf das Niveau der Grundsicherung aufgestockt wird. Ebenfalls nicht von der Statistik erfasst werden Arbeitslose, die älter als 58 Jahre sind, und die seit mehr als einem Jahr kein Jobangebot mehr erhalten haben. Durch die genannten und einige weitere Regelungen wurden im vergangenen November rund eine Million jobsuchender Menschen nicht zu den offiziell Arbeitslosen gerechnet.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)