10. Januar 2011 08:51 Uhr

Historiker Friedländer über das Emotionale in der Wissenschaft

Auch Wissenschaftler dürfen emotional sein. Davon ist Saul Friedländer überzeugt. Der Historiker sprach mit der Süddeutschen Zeitung über die Holocaust-Forschung und darüber, wie sein persönlicher Hintergrund seine Arbeit beeinflusst. Friedländer ist Jude und seine Eltern wurden in Ausschwitz von den Nazis ermordet. Seiner Ansicht nach ist eine gewisse Nähe bei der Forschung notwendig, damit das Extreme deutlich bleibt und Täter nicht anonymisiert werden. Er erlebe bei der Arbeit immer wieder eine Art Schock, vor allem wenn er die Stimmen der Opfer verwende. Saul Friedländer wurde für seine Studie "Das dritte Reich und die Juden" unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)