12. Januar 2011 12:20 Uhr
Der Vorwurf könnte kaum schärfer sein. Wie der Wiener "Standard" berichtet, wirft der polnisch-amerikanische Soziologe Jan T. Gross seinen polnischen Landsleuten vor, sie hätten sich durch den Holocaust bereichert. Das tut er in einem Essay, der diesen Sommer unter dem Titel "Goldene Ernte" in Polen veröffentlicht werden soll. Gross soll sich darin unter anderem auf ein Foto beziehen, das polnische Staatsbürger zeigt, wie sie im Konzentrationslager Treblinka nach Wertvollem suchen, nachdem die Nazis das Lager aufgegeben hatten. Es ist nicht das erste Mal, dass der Soziologe sich zu diesem Thema zu Wort meldet: In seinem 2001 erschienenen Buch "Die Nachbarn" hatte er geschildert, wie Polen in der Stadt Jedwabne im Nordosten des Landes ihre jüdischen Nachbarn umgebracht und deren Besitz unter sich aufgeteilt hatten. SS-Soldaten hatten es den Polen freigestellt, ob sie selbst die Morde begehen oder es den Deutschen überlassen wollten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)