14. Januar 2011 13:53 Uhr
Die Zahl der traumatisierten Soldaten ist auf einem neuen Höchststand. Das Bundeswehrkrankenhaus meldet eine steigende Zahl von posttraumatischen Belastungsstörungen. 2009 waren gut 450 Soldaten betroffen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf über 700. Der Leiter des Psychotraumazentrums der Bundeswehr in Berlin, Peter Zimmermann, sieht zwei Gründe dafür. Erstens seien die Einsätze härter und belastender geworden. Zweitens sei die Akzeptanz für psychische Krankheiten in der Truppe gestiegen. So trauten sich mehr Soldaten in Behandlung zu gehen. Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung drängen sich schlimme Erlebnisse immer wieder ungewollt in das Bewusstsein. Die Situation wird als "Flashback" wiedererlebt, mit allen Sinnen, zum Beispiel mit Geräuschen oder Gerüchen. Je schneller eine Therapie begonnen wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Bis ein Trauma von der Bundeswehr offiziell anerkannt wird, vergehen nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Schnitt 15 Monate.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)