17. Januar 2011 06:56 Uhr
Tunesien stand seit vielen Jahren im Visier von Menschenrechtsorganisationen - der Westen habe das nun abgelöste Regime aber zu lange unterstützt. Das schreibt der Arabistik-Professor Marco Schöller auf der Webseite der Universität Münster und analysiert die Gründe dafür. Zum einen sei es den westlichen Staaten recht gewesen, dass Länder wie Tunesien islamistische Terroristen mit Methoden bekämpften, die zu Hause politisch nicht durchsetzbar seien. Zum anderen habe das Land afrikanische Flüchtlinge interniert und zurückgeschickt, bevor sie Europa erreichten. Außerdem habe die Tourismusindustrie ein hohes Interesse daran gehabt, dass das Billigland Tunesien außerhalb der Schlagzeilen blieb. Nun würden aber in bekannten Reiseorten die Häuser brennen, der Spaß am Strand habe aufgehört. Für die Touristen kein Problem, schließt Schöller: Sie würden demnächst einfach einen anderen Badestrand buchen - vielleicht Ägypten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)