17. Januar 2011 10:30 Uhr

IHT: Vor 50 Jahren wurde der erste demokratische Staatschef der DR Kongo erschossen

Die "International Herald Tribune" der "New York Times" erinnert heute an ein Jubiläum, das in der westlichen Welt eher untergehen dürfte. Wie der Buch-Autor Adam Hochschild dort schreibt, wurde heute vor 50 Jahren der erste frei gewählte Premierminister der Demokratischen Republik Kongo ermordet: Patrice Lumumba. Nach dem Ende der Kolonialherrschaft habe dieser kritisiert, wie die Belgier seine Landsleute unterdrückt und die Rohstoffe des Landes geplündert hätten. Er habe sich zudem politisch der Sowjetunion zugewendet. Nach wenigen Monaten im Amt sei er auf Veranlassung der CIA eingesperrt, gefoltert und schließlich erschossen worden. Hochschild will in seinem Artikel nicht bewerten, wie sich Lumumbas Politik entwickelt hätte, wenn dieser länger an der Macht geblieben wäre. Er erinnert aber daran, dass die USA Lumumbas Nachfolger unterstützten. Darunter den Offizier Joseph Mobutu, der über die Demokratische Republik Kongo 32 Jahre lang als Diktator herrschte - und das Land in ein Chaos gestürzt habe, von dem es sich heute noch nicht erholt habe.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)