17. Januar 2011 17:21 Uhr
Der politische Umbruch in Tunesien hat in Frankreich eine Debatte über den Umgang mit dem früheren Protektorat ausgelöst. Anlass sind Äußerungen von Frankreichs Außenministerin Michèle Alliot-Marie: Sie hatte dem Regime des geflohenen Präsidenten Zine al Abidine Ben Ali eine Art "Sicherheitszusammenarbeit" angeboten, als der Aufstand schon in vollem Gange war. Darüber echauffieren sich nun prominente Politiker der französischen Linken. Die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal sagte, es sei skandalös, dass die Ministerin eine Diktatur unterstützt habe. Auch der frühere Ministerpräsident Laurent Fabius nannte die Äußerungen einen schweren Fehler. Die Grünen fordern sogar, die Außenministerin solle sich bei Tunesien entschuldigen. Der Hintergrund: Seit Präsident François Mitterrand hat Frankreich das Regime von Ben Ali in Tunesien mitgetragen - als "Bollwerk gegen islamistische Kräfte". Der Aufstands-Bewegung hat der derzeitige Präsident Nicolas Sarkozy aber erst vergangenen Samstag seine Unterstützung zugesichert. Ben Ali wurde es nach seinem Sturz verboten, in Frankreich zu landen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)