20. Januar 2011 06:22 Uhr

Licht ins Dunkel? - Bundestag debattiert über Eichmann-Akten des BND

Die Geheimnisse des Geheimdienstes waren gestern Thema im Bundestag. Insbesondere ging es um den Fall des NS-Verbrechers Adolf Eichmann. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der deutsche Geheimdienst habe schon 1952, also acht Jahre vor Eichmanns Verhaftung, sein Versteck in Argentinien gekannt. Die Linkspartei sprach von unfassbaren Vorgängen und forderte die Offenlegung aller Geheimdienstakten. Auch andere Parteien stimmten zu, dass der Fall aufgeklärt werden müsse. Die SPD betonte aber, dabei müsse Rücksicht auf befreundete Geheimdienste in anderen Ländern genommen werden. Ein CDU-Abgeordneter sagte, ein Nachrichtendienst wäre kein Nachrichtendienst, wenn er alle seine Unterlagen auf den Marktplätzen der Welt ausbreiten würde. Eichmann war als SS-Mann an der Ermordung von mehreren Millionen Menschen beteiligt. 1960 wurde er von israelischen Agenten festgenommen und später hingerichtet.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)