21. Januar 2011 10:26 Uhr
Islamfeindlichkeit und Antisemitismus ließen sich nicht vergleichen: Das meint der Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam, Julius Schoeps. Anlass seiner Äußerung ist eine seit Längerem schwelende Debatte unter Historikern. Der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, Wolfgang Benz, hatte beide Phänomene miteinander in Verbindung gebracht. Schoeps dagegen ist der Meinung, Juden- und Islamfeindlichkeit spielten sich auf unterschiedlichen Ebenen ab: Antisemitismus sei "integraler Bestandteil der deutschen Kultur". Weil aber der Holocaust in seinem Ausmaß an Grausamkeit letztlich unvorstellbar bleibe, suche man nach Entlastung durch Vergleichsphänomene, frei nach dem Motto: Wenn es so etwas Ähnliches gibt, kann der Antisemitismus nicht die große Bedeutung haben, die ihm zugemessen wird.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)