21. Januar 2011 11:21 Uhr

Ausgrabungen: "FAZ" berichtet über Kloakenfund mit Doppelsitz in Lübeck

Es ist ein gängiges Klischee: Mädchen gehen immer zusammen auf's Klo. "Zusammen" bezieht sich in diesem Fall allerdings nur auf den Raum der öffentlichen Toilette; der WC-Sitz wird tendentiell eher nicht geteilt. Ganz anders dürfte es bei den Benutzern einer historischen Toilette in Lübeck ausgesehen haben. Bei Grabungen auf der Altstadtinsel wurde dort eine Kloake aus dem Mittelalter entdeckt - mit einem Sitz für zwei. Über den Fund berichtet heute die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Nach Angaben des Berliner Archäologen Jörg Harder stamme die Kloake vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und gehörte damals zu einem Privathaus. Deshalb sei der Fund etwas Besonderes: Gemeinschaftstoiletten kenne man bisher nämlich primär aus mittelalterlichen Klöstern. Dem Bericht zufolge legen die Archäologen die Kloake derzeit frei, um ihr genaues Alter zu bestimmen. Auch der Inhalt solle untersucht werden. Laut Harder befinde sich in Toiletten nämlich alles, was die Menschen im Mittelalter umgab.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)