21. Januar 2011 09:24 Uhr
"In Ungarn machen wieder politische Witze die Runde - obwohl ich gedacht habe, sie seien für immer in Vergessenheit geraten." Das schreibt der Essayist László Földenyi im "Tagesspiegel" über die derzeitige Situation in seinem Heimatland. Witze politischer Art hätten sich seine Landsleute zuletzt zu sozialistischen Zeiten erzählt. Seit etwa zwei bis drei Monaten höre er sie wieder; alle richteten sich gegen die regierende Partei Fidesz und ihren Vorsitzenden, Ministerpräsident Viktor Orbán. Das Wiederaufleben der Witzekultur stehe für einen neuen Missmut, der Ungarn befallen habe. Derzeit zeichne sich eine patriarchalische, halb feudale Machtausübung ab: Die Fidesz-Partei sei auf dem bestem Wege, den Liberalismus zu ersticken. Die Menschen reagierten darauf, indem sie sich darüber im kleinen Kreis mokierten. Er sei überzeugt, dass Orban sich darüber freue. Es sei der leuchtendste Beweis seines Erfolgs.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)