21. Januar 2011 14:22 Uhr
Numerus, Genus, Kasus - das sind klassische Kategorien, die in keiner Grammatik fehlen dürfen. Oder vielleicht doch? Linguisten der Universität Freiburg arbeiten momentan an einem Regelwerk, das ganz ohne Substantiv & Co. auskommt - an einer Grammatik der Gesten nämlich. Dafür haben sie über 80 Stunden Videomaterial von Talkshows, Ratesendungen, Vorlesungen und Gesprächen ausgewertet. Erste Ergebnisse gibt es schon: Die Wissenschaftler unterscheiden zwei Formen des Gestikulierens. Zum einen das Nachahmen von Handlungen, etwa das Wegwischen von Schmutz. Zum anderen repräsentierende Gesten, die die Form eines Gegenstandes nachbilden, zum Beispiel einer Kugel. Das Vorurteil, dass Südeurpäer mehr gestikulieren als Nordeuropäer, konnten die Linguisten entkräften. Sie gebärdeten sich lediglich ausladender - aus der Schulter oder dem Ellbogen heraus, während Nordeuropäer eher das Handgelenk benutzten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)