25. Januar 2011 06:59 Uhr
Husten, Lungenentzündung, Depression - der Komponist Frédéric Chopin hatte zeit seines kurzen Lebens mit vielen Krankheiten zu kämpfen. Er wurde nur 39 Jahre alt. Jetzt vermuten spanische Wissenschaftler, dass Chopin außerdem an Epilepsie litt. Das könne auch seine häufigen Halluzinationen erklären. Sie untersuchten Schilderungen des Komponisten und von Zeitzeugen. So beschrieb seine langjährige Freundin George Sand, wie sich Chopin bei einer Spanien-Reise von Geistern verfolgt fühlte. Die Forscher schreiben im Fachmagazin Medical Humanities, diese Halluzinationen seien meist abends aufgetreten und Chopin habe sich an sie erinnern können. Das lasse auf Anfälle von Epilepsie schließen, einer Krankheit, die die Ärzte damals kaum verstanden. Mit dem neuen Detail zu Chopins Krankengeschichte könne man die künstlerische Welt des Komponisten zwar nicht besser verstehen, so die Wissenschaftler. Aber es könne helfen, die romantisch angehauchten Legenden um sein Leben von der Realität zu trennen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)