25. Januar 2011 09:21 Uhr

SZ: Mehrere Historiker kritisieren NS-Aufarbeitung der Max-Planck-Gesellschaft

Lange Zeit habe die Max-Planck-Gesellschaft ihre NS-Vergangenheit vorbildlich aufgearbeitet. Doch mittlerweile gehe die Gesellschaft wieder leichtfertiger mit dem Thema um. Das beklagen mehrere Historiker laut der Süddeutschen Zeitung. Ende der Neunziger Jahre habe die Max-Planck-Gesellschaft begonnen, die Geschichte ihrer Vorgängerin aufzuarbeiten. Eine Historiker-Kommission habe offengelgt, dass die Lenker der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft mit dem NS-Regime kollaborierten. Zum 100-jährigen Geburtstag der Gesellschaft erscheint nun ein Band namens "Denkorte", und den kritisieren mehrere Wissenschaftler, die teils auch an der Entstehung beteiligt waren. Rüdiger Hachtmann vom Zentrum für Zeithistorische Forschung etwa meint laut der Zeitung, von herausragend kritischer Aufarbeitung könne hier keine Rede mehr sein. Alle Texte hätten zum Beispiel den heutigen Institutsdirektoren vorgelegt werden müssen. Die Max-Planck-Gesellschaft weist die Zensur-Vorwürfe zurück.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)