27. Januar 2011 07:23 Uhr

Gelände von Ofenbauer Topf & Söhne wird als Gedenkort eröffnet

Von den Fenstern im obersten Stock aus konnten die Ingenieure des Ofenbauers Topf & Söhne bis zum Konzentrationslager Buchenwald schauen. Von dort kam 1939 ein Auftrag an die Erfurter Firma: Sie sollte Krematorien bauen. Die Öfen waren für die Verbrennung der getöteten Häftlinge bestimmt. Später kamen weitere Bestellungen, darunter auch vom Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Heute nun wird auf dem ehemaligen Firmengelände des Ofenbauers ein Erinnerungsort eröffnet. Nach Aussage der Ausstellungsleiterin Annegret Schüle ist es der bislang einzige Ort in Europa, an dem gezeigt wird, wie die Wirtschaft auch freiwillig am Holocaust mitgewirkt habe. Ohne Zwang hätte die Firma Topf & Söhne die Aufträge angenommen. Ihre Ingenieure übernahmen in den Konzentrationslagern auch die Wartung der Öfen. Heute vor 66 Jahren wurden die überlebenden Häftlinge des Vernichtungslagers Auschwitz befreit. Der 27. Januar ist deshalb der Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)