28. Januar 2011 14:23 Uhr
Im Krieg neutral zu bleiben, klingt erst einmal demokratisch und besonnen. Dennoch hält eine schwedische Historikerkommission die Rolle ihres Landes im Zweiten Weltkrieg für problematisch. Die Kommission hat elf Jahre lang die Beziehungen zwischen Schweden und Nazideutschland erforscht. Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse sagte der Geschichtsprofessor Klas Åmark, Schweden habe statt Gewalt und Terror das "Schweigen der Demokratie" gewählt. Das sei aber nicht genug gewesen. Die damalige Gesellschaft habe nicht immer glücklich agiert. So habe es auch in Schweden eine Anfälligkeit für Antisemitismus und die nationalsozialistische Rassenlehre gegeben. Und noch heute würden die anderen skandinavischen Länder Schweden vorwerfen, ihnen nicht gegen die Angriffe Deutschlands und der Sowjetunion beigestanden zu haben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)