31. Januar 2011 07:55 Uhr
Hätte ein neues Sicherheitssystem das Unglück verhindern können? Das fragen nicht nur die Medien, nachdem am Samstagabend in Sachsen-Anhalt ein Güterzug und ein Personenzug zusammengestoßen sind. Doch wie funktioniert das Bremssystem, das mittlerweile auf den meisten Bahnstrecken installiert ist, nicht aber auf der betreffenden? Im deutschen Bahnnetz gibt es an einigen Stellen noch eingleisige Streckenabschnitte. Zwei aufeinanderfolgende Ampeln zeigen den Zügen an, welcher fahren darf und welcher warten muss. Das Sicherheitssystem greift dann, wenn ein Zug die erste Ampel bei Rot überfährt. Dazu sind Schwingkreise in den Gleisen mit den Ampelsignalen gekoppelt. Bei Rot beeinflussen sie eine Spule in der Lok des durchfahrenden Zuges. Der Lokführer muss dann innerhalb von vier Sekunden einen Knopf drücken. Das heißt, er hat die Ampel gesehen und wird bremsen. Ist er bei der zweiten Ampel noch zu schnell oder wurde der Knopf nicht gedrückt, bremst ein Magnet in den Gleisen den Zug automatisch ab. Erst bei Streckengeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern ist das Bremssystem vorgeschrieben. Die Unglücksstrecke war aber nur für geringere Geschwindigkeiten ausgelegt
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)