31. Januar 2011 17:09 Uhr

Muslimbrüder in Ägypten - wer sind sie?

Wenn es um die Unruhen in Ägypten geht, ist meist auch von der Muslimbruderschaft die Rede. Was ist das eigentlich? Die islamistische Bewegung ist die größte und besstorganisierte Oppositionsbewegung in Ägypten, obwohl sie dort offiziell verboten ist. Auch in zahlreichen weiteren arabischen und westlichen Ländern ist die Bewegung aktiv. Im Vergleich zu Strömungen in anderen Staaten gelten die ägyptischen Muslimbrüder als relativ moderat und friedlich. Allerdings streben sie eine islamisch-politische Ordnung an und verurteilen den westlichen Lebensstil. Sie sehen den Islam als untrennbare Einheit von Politik und Religion an und treten für die Anwendung der Scharia, des islamischen Rechts, ein. Die Organisation wurde 1928 von dem ägyptischen Volksschullehrer Hassan al-Banna gegründet. Er nahm den Westen als existenzielle Bedrohung wahr. 1949 wurde Al-Banna von der Geheimpolizei seines Landes auf offener Straße erschossen und gilt vielen als Märtyrer.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)