2. Februar 2011 11:51 Uhr

Kirchenrechtler fordert stärkere rechtliche Anstrengungen gegen Missbrauch

Der sexuelle Missbrauch in der katholischen Kirche hat die Glaubensgemeinschaft stark erschüttert. Nun versuchen Bischöfe, Priester und Laien, mit dem Vertrauensverlust umzugehen. Ein entschiedener Umgang mit Missbrauchsfällen könnte helfen - glaubt der Professor für Kirchenrecht Ludger Müller. Er schreibt in der aktuellen Theologisch-Praktischen Quartalsschrift über die juristischen Aspekte des Themas und hält fest: Es reiche nicht aus, die Täter nach kirchlichem Recht zu bestrafen. Sie müssten auch den Behörden zugeführt werden. Darüber hinaus liege der beste Opferschutz darin, den Tätern ihr Fehlverhalten vor Augen zu führen und sie bestenfalls zu bekehren. Dazu sollten die kirchenrechtlichen Regelungen verfeinert werden und etwa auf Laien in den Gotteshäusern ausgedehnt werden. Das ist Müller zufolge zwar nur ein bescheidener Beitrag zur Überwindung der Krise. Der rechtliche Aspekt sei aber genauso notwendig wie der Einsatz von Psychologen, Pädagogen und Ärzten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)