2. Februar 2011 12:05 Uhr

Wer haftet für Risiken beim Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee?

In der Tiefsee lagern wertvolle Rohstoffe. Viele Länder bereiten sich schon darauf vor, sie im großen Stil abzubauen. Bisher war jedoch die Frage offen, wer für die Risiken beim Abbau haften muss. Der Internationale Seegerichtshof in Hamburg hat dazu jetzt eine Entscheidung getroffen. Gibt ein Staat Förderlizenzen an Unternehmen weiter, muss nicht er sondern das Unternehmen für entstandene Umweltschäden haften. Das gilt jedoch nur, wenn der Staat zuvor die nötigen Umweltschutzverfahren angewendet hat, sonst muss er selbst haften. Die Umweltstiftung WWF findet, dass diese Entscheidung nicht weit genug geht. Der Meeresschutzexperte Christian Neumann erklärte, Staaten sollten in die Verantwortung genommen werden, wenn sie ein Geschäft mit den Ressourcen machen wollten. Es ließe sich nur schwer vorhersagen, wie die Ökosysteme auf die Eingriffe reagieren werden. Die Risiken für die Lebensgemeinschaften der Tiefsee seien erheblich.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)