3. Februar 2011 10:30 Uhr

Etymologisches Wörterbuch: sich wie gerädert fühlen

Ein Blick ins Herkunftswörterbuch - heute auf die Redewendung "sich wie gerädert fühlen". Das bedeutet, "erschöpft" beziehungsweise "körperlich sehr ermüdet" zu sein. Die Wendung bezieht sich auf eine im Mittelalter sehr verbreitete Hinrichtungsart. Dabei wurden dem Verurteilten mit einem schweren Eisenrad die Knochen zerschlagen. Das Verb "rädern" bedeutet entsprechend "auf dem Rad hinrichten". Das Wort "Rad" ist übrigens auf das deutsche und niederländische Sprachgebiet beschränkt und stammt vom indogermanischen "roto-". Das bedeutete ebenfalls "Rad" und ist eine Bildung aus der Verbalwurzel "ret" - "kullern, laufen" und "rìsti". "rollen".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)