3. Februar 2011 10:32 Uhr

Pekinger Fernsehmoderator Yang: Pressefreiheit darf momentan nicht zu weit gehen

"Ich habe meine eigenen Träume über die Pressefreiheit und über die Überwachungsfunktion der Medien." Das sagte der chinesische Fernsehmoderator Yang Rui der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er moderiert im Staatsfernsehen eine tägliche Talksendung mit Studiogästen aus aller Welt und gilt als reformorientiert. Er meint aber, unter den gegenwärtigen Bedingungen dürfe man in China mit der Pressefreiheit noch nicht zu weit gehen. Zuerst müsse die soziale Stabilität des Landes gesichert werden. Er wisse, dass dies mit europäischen und amerikanischen Vorstellungen von Meinungsfreiheit nicht zusammenzubringen sei. Andererseits könnten andere Länder nicht helfen, falls China auseinanderbreche. Yang sieht auch Probleme der westlichen Medien. Die Berichterstattung vor den Olympischen Spielen 2008 habe gezeigt, dass der Westen sehr arrogant sein könne. Zu Chinas Tibet-Politik habe man keinen einzigen Befürworter interviewt. Das widerspreche den Prinzipien einer ausgewogenen Berichterstattung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)