4. Februar 2011 08:53 Uhr
Die 2011er - so könnte die neue politische Generation genannt werden, die in der arabischen Welt gegen die Regierungen demonstriert. Das schreibt der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes, in der heutigen Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung". Der Protest der 2011er habe die Islamisten in der Region ebenso überrascht wie die jeweiligen Regierungen. Organisationen wie die Muslimbruderschaft in Ägypten seien erst verspätet auf den Zug der Proteste aufgesprungen. Deswegen sei es auch wenig wahrscheinlich, dass islamistische Kräfte dort jetzt die Macht übernähmen. "Der Islam ist die Lösung" - dieser Slogan sei für die gut ausgebildeten Regierungsgegner keine überzeugende Lösung. Dennoch findet Perthes, dass sich Europa einer Machtbeteiligung islamischer Parteien nicht verschließen solle. Moderate religiöse Parteien hätten in den überwiegend konservativen arabischen Gesellschaften ein echtes Potenzial.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)