8. Februar 2011 17:00 Uhr
Wo Soldaten sind, wird auch geschossen. Hanns-Heinrich Schumacher, der deutsche Botschafter in Thailand, hält die Kämpfe an der kambodschanisch-thailändischen Grenze für eine Kurzschlussreaktion einzelner Militärs. Schumacher sagte im Deutschlandfunk, die Aktionen seien nicht von den Hauptstädten angewiesen. Deshalb sei es dringend notwendig, dass Thailand und Kambodscha in der Konfliktregion ihre militärischen Linien entzerrten. Schumacher forderte beide Länder auf, die Vermittlungsangebote der asiatischen Staatengemeinschaft ASEAN und des UNO-Sicherheitsrats anzunehmen. In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Schusswechsel an der kambodschanisch-thailändischen Grenze gegeben. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. Tausende flüchteten aus ihren Dörfern. Hintergrund ist ein Jahrhunderte alter Streit um den hinduistischen Tempel Preah Vihear. Er wurde 1962 vom Internationalen Gerichtshof Kambodscha zugesprochen. Das Gebiet drumherum wird aber von Thailand beansprucht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)