8. Februar 2011 16:56 Uhr

Ägyptischer Politikwissenschaftler mahnt: Opposition hat noch nicht viel erreicht

Hosni Mubaraks Rücktritt ist nicht entscheidend für die Zukunft Ägyptens. Das meint Amr Hamzawy, ägyptischer Politikwissenschaftler und Mitglied im selbst ernannten Rat der Weisen. Hamzawy sagte im Deutschlandfunk, es gebe wichtigere Dinge für eine wirkliche Neugestaltung der ägyptischen Politik: zum Beispiel das Ende der Notstandsgesetze und eine Änderung des Wahlsystems. Da gebe es eine Öffnung, die müsse sich jetzt aber auch in Verfassungsänderungen niederschlagen. Noch habe die Opposition nicht viel erreicht. Hamzawy warf Präsident Hosni Mubarak und Vizepräsident Omar Suleiman vor, nicht die Demokratisierung, sondern eine Konsolidierung anzustreben. Die Regierung sei noch stark und wolle ihr autoritäres Regime, das seit fast 60 Jahren existiere, erhalten. Diese Prozesse sind nach Hamzawys Ansicht aber normal für Übergangsphasen. Wichtig sei, dass die Bürger wieder im politischen Spiel aktiv seien.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)