9. Februar 2011 10:21 Uhr

Etymologisches Wörterbuch: "Jemandem die Leviten lesen"

Unser alltäglicher Blick ins Herkunftswörterbuch: Heute wollen wir wissen, woher der Ausdruck "Jemandem die Leviten lesen" stammt. Dem Alten Testament zufolge waren die "Leviten" einer der zwölf Stämme des Volkes Israel, benannt nach ihrem Stammvater Levi. Die Leviten waren für den Tempeldienst verantwortlich und somit auch dafür, dass dabei alle möglichen Vorschriften eingehalten wurden, damit das Volk Israel nicht den Herrn erzürnte. Die Regeln sind im dritten Buch Mose wiedergegeben. Dieses Buch wurde nun seit dem achten Jahrhundert von Mönchen bei Andachts- und Bußübungen vorgelesen. Auf die Lesungen folgten oft noch Mahn- und Strafpredigten. Weil das dritte Buch Mose auch im Lateinischen "Levitikus" genannt wird, entwickelte sich daraus die Redewendung: "Jemandem die Leviten lesen" - also jemanden tadeln oder zurechtweisen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)