11. Februar 2011 06:55 Uhr

Iranischer Regisseur Panahi schreibt Brief zur Berlinale-Eröffnung

Er ist nicht da - und doch dabei. Die 61. Berlinale ist gestern Abend ohne den iranischen Regisseur Jafar Panahi eröffnet worden. Eigentlich sollte Panahi in der Jury des Film-Festivals sitzen. Er wurde aber im Dezember im Iran zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem darf er für die nächsten 20 Jahre keine Filme mehr machen und das Land nicht verlassen. Aus Solidarität mit Panahi stand bei der Eröffnungsgala der Berlinale ein leerer Stuhl für ihn auf der Bühne. Außerdem verlas Jury-Präsidentin Isabella Rosselini einen Brief des Filmemachers. Darin schreibt er: "Ich werde nicht aufhören zu träumen, dass es in 20 Jahren keines der Probleme mehr gibt und ich dann Filme über den Frieden und den Wohlstand in meinem Land machen werde." Nach der Verlesung gab es stehende Ovationen des Publikums. In das Programm der Berlinale sind mehrere Filme von Panahi aufgenommen worden, zum Beispiel "Offside". Für die Geschichte über Mädchen, die sich als Männer verkleidet in ein iranisches Fußballstadion schleichen, erhielt er 2006 einen Silbernen Bären.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)