16. Februar 2011 07:30 Uhr
Das Zitat des Tages kommt heute von Jean-Jaques Rousseau und lautet: "Die Vernunft formt den Menschen, das Gefühl leitet ihn". Der 1712 in Genf geborene Philosoph wurde durch seinen preisgekrönten Aufsatz für die französische Akademie von Dijon bekannt. Darin vertrat Rousseau die Ansicht, dass Kunst und Wissenschaften zum sittlichen Niedergang der Gesellschaft führen. Rousseau postulierte das Idealbild eines von der Zivilisation unverdorbenen Naturmenschen. Mit Hilfe einer gesellschaftlichen Ordnung könnten Bürger jedoch eine höhere Art von Gleichheit und Freiheit erreichen. Das 1762 publizierte Werk "Der Gesellschaftsvertrag" gilt als Grundbuch der modernen Demokratie. Prägend bis ins 19. Jahrhundert - vor allem für Dichter der Sturm und Drang-Zeit - war jedoch seine Forderung, Wahrheiten auch im Lichte der Subjektivität zu messen. Damit wurde die jahrhundertealte Rangordnung von Vernunft und Affekt umgekehrt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)