17. Februar 2011 12:55 Uhr

Aufarbeitung der BND-Vergangenheit wird "mühsam und lange dauern"

Organisation Gehlen - so hieß der Vorläufer des heutigen Bundesnachrichtendienstes. Nach der Gründung 1946 fanden in der Geheimdienst-Organisation zahlreiche Mitarbeiter mit Nazi-Vergangenheit Verwendung. Warum, unter welchen Umständen und von wem sie eingestellt wurden, das soll in den nächsten vier Jahren eine Gruppe von Historikern klären. Der Marburger Professor Wolfgang Krieger sagte bei "Dradio Wissen", er erwarte eine mühsame Arbeit. Denn die Akten des BND seien bisher nicht archivarisch geordnet. Schließlich habe bis vor wenigen Jahren niemand im Ernst daran gedacht, dass Historiker einmal Zugang zu den Dokumenten bekommen würden. Das hat sich laut Krieger erst nach dem Kalten Krieg geändert - mit einem neuen Sicherheitsverständnis und einem Gesetz, das für bis dahin geheime Akten auf einmal mehr Transparenz vorschrieb. In vier Jahren werden die Historiker das Ergebnis ihrer Arbeit vorstellen. Es soll Aufschluss geben über die NS-Vergangenheit des BND, aber auch darüber, wie die Arbeit des Dienstes die deutsche Politik beeinflusst hat.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)