18. Februar 2011 14:22 Uhr
Ist der Vorwurf, Karl-Theodor zu Guttenberg habe seine Doktorarbeit in weiten Teilen abgeschrieben, tatsächlich schon "glasklar belegt"? Davon ist der Medienwissenschaftler und Plagiatsforscher Stefan Weber überzeugt. Im "Deutschlandfunk" nannte er die Hinweise darauf erdrückend. Auf der Internetseite "guttenplag.wiki" seien inzwischen mehr als 80 Plagiatsstellen aufgelistet. Guttenberg könne aus dieser Sache nur noch heil herauskommen, wenn sich die Universität Bayreuth über die dokumentierte Wahrheit hinwegsetze, so Weber. Der Medienwissenschaftler begrüßte die Einrichtung von "guttenberg.wiki". Dadurch sei eine "wissenschaftsgeschichtlich einzigartige Dynamik" entstanden. Das mutmaßliche Plagiat könne nun nicht mehr hinter verschlossenen Türen verhandelt werden, wie das in der Vergangenheit oft geschehen sei. Weber hat in den vergangenen drei Jahren nach eigenen Angaben 300 wissenschaftliche Arbeiten überprüft und für Universitäten begutachtet. 80 davon seien plagiert gewesen. Elf Verfassern sei anschließend der akademische Grad aberkannt worden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)