21. Februar 2011 12:26 Uhr
Regelmäßig kapern somalische Piraten im Indischen Ozean Schiffe, erst am Wochenende wurde wieder eine Jacht entführt. In den vergangenen Jahren entwickelten sich die Piraten dabei von einfachen Gelegenheitsverbrechern zu hoch spezialisierten Gewaltunternehmern. Das sagt Michael Ashkenazi vom "Bonn International Center for Conversion". Zunächst hätten sich somalische Fischer lediglich gegen Konkurrenten aus Kenia, Tansania und Indien verteidigt. Laut Ashkenazi forderten sie von den ausländischen Fischern eine Art Gebühr für die Fisch-Ausbeutung vor der somalischen Küste. In einer zweiten Phase übernahmen einflussreiche Kriegsherren in Somalia die Organisation der Kaperfahrten. Nun entführten die Piraten auch Frachtschiffe und Tanker internationaler Reedereien. In der gegenwärtigen dritten Phase operieren die Piraten von Mutterschiffen inmitten des Ozeans aus und greifen die Tanker und Frachter mit Schnellbooten an. Nach Auffassung von Ashkenazi sind die somalischen Piraten mittlerweile in internationale, kriminelle Netzwerke eingebunden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)