23. Februar 2011 08:13 Uhr
Lässt sich aus Texten von Terroristen herauslesen, wie gewaltbereit diese sind? Mit dieser Frage beschäftigten sich Sprachforscher auf einer Tagung in den USA, über die die "Süddeutsche Zeitung" heute berichtet. Der Linguist Lucian Gideon Conway verglich mehr als 300 Texte von Al-Kaida und anderen islamistischen Gruppen, die bislang noch keine Anschläge verübten. Und beantwortete die Frage mit "Ja". Offenbar ändere sich unter anderem die Sprachwahl kurz vor einem Anschlag - dann schienen Terroristen zum Beispiel stärker zu Aufzählungen zu neigen. Conway warnte jedoch, dass man dadurch keinesfalls einzelne Anschläge vorhersagen könne. Auch ein anderer Sprachforscher, James Pennebaker, berichtete von Hinweisen auf eine besondere Sprachverwendung von gewaltbereiten Gruppen - sie benutzten etwa weniger Artikel und allgemein kürzere Wörter. Pennebaker zeigte sich überzeugt, dass sich Gewaltbereitschaft in der Sprache niederschlage - nicht nur bei Terroristen, sondern auch bei Politikern: zum Beispiel bei George W. Bush kurz vor dem Einmarsch in den Irak.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)