25. Februar 2011 10:52 Uhr
Auf Thilo Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" erwidert die Autorin Hilal Sezgin "Deutschland schafft mich ab". Im Deutschlandradio Kultur erklärt die Publizistin, aufgrund ihrer türkischen Wurzeln werde sie hierzulande auf einen Teil ihrer Identität reduziert: die Religion. Als Muslima sei man schnell in einer Schublade, und dann müsse man gegen alle Vorbehalte ankämpfen - wie Integrationsdefizite und Demokratieunfähigkeit. Soziologen sprächen, so Sezgin, in diesem Zusammenhang von Muslimisierung. Sie nenne das lieber Muslimifizierung - das klinge mehr nach Mumifizierung. Sezgin hat zusammen mit anderen Autoren ein Buch geschrieben. Es nennt sich "Manifest der Vielen - Deutschland erfindet sich neu". Im Deutschlandradio Kultur erklärte sie, sie wünsche sich, nicht immer erklären zu müssen, ob sie nun mehr Deutsch oder mehr Türkisch sie. Sie suche nach etwas Drittem - einer Offenheit, zwischen den Stühlen sitzen zu dürfen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)