1. März 2011 15:54 Uhr

Medienwissenschaftler: Guttenbergs Rede war "perfide"

Karl-Theodor zu Guttenbergs Rücktrittsrede war "perfide". Das sagte der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister in DRadio Wissen in Bezug auf die rhetorische Inszenierung der Rede. Guttenberg habe ein unglaubliches Maß an Egozentrik gezeigt, indem er alles auf sich bezogen und den Tod der Soldaten in Afghanistan mit sich selbst in Verbindung gesetzt habe. Guttenberg hatte in seiner Rede gesagt, durch die Medien habe es eine dramatische Verschiebung der Aufmerksamkeit gegeben von den getöteten Soldaten zu seiner Dissertation. Hachmeister nannte diese Aussage unanständig. Den Fokus auf die Soldaten rücken zu wollen sei ein falsches Pseudo-Heldentum. Der Medienwissenschaftler geht nicht davon aus, dass Guttenberg in Zukunft erkennt, dass er einen Fehler gemacht hat. Wahrscheinlich sei vielmehr, dass Guttenberg auch weiterhin versuchen werde, sich als Opfer einer Medienkampagne darzustellen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)