2. März 2011 14:52 Uhr

Touristifizierung: Das Kreuzberger Phänomen

Wo früher alternative Aussteiger lebten, tummeln sich heute Touristen und Partygänger. Der heruntergekommene Charme hat Berlin-Kreuzberg zum absoluten Szeneviertel gemacht. Das treibt die Mieten in die Höhe und Alteingesessene aus dem Kiez, weil sie sich den Wohnraum in ihrem Viertel nicht mehr leisten können. Das Phänomen hat inzwischen auch einen Namen: Touristifizierung. Und die Kreuzberger versuchen, sich dagegen zu wehren, indem sie in Anwohnerversammlungen über Gegenmaßnahmen diskutieren. Experten machen ihnen jedoch wenig Hoffnung, dass es gelingen wird, den Touristenansturm zu drosseln. Der Stadtforscher Hartmut Häussermann meint, das Problem sei schlichtweg nicht zu lösen. Man könne den Touristen keinen Riegel vorschieben, indem man etwa Eintritt verlange. Für Ladenbesitzer und Restaurantbetreiber seien die Besucher außerdem ein zusätzlicher Gewinn. Allerdings sieht auch Häussermann in der Touristifizierung ein Problem. Wenn sich ein Viertel zu einer Art Ballermann entwickle, sei das katastrophal.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)