3. März 2011 16:54 Uhr
Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins in der Euro-Zone niedrig, obwohl die Preise für Öl und Nahrungsmittel steigen. Aber wie genau hängt das zusammen? Mit dem Leitzins ist hier der Zinssatz gemeint, zu dem sich Geschäftsbanken kurzfristig Geld leihen können. Er ist eines der wichtigsten Instrumente der Europäischen Zentralbank, um den Geldmarkt in Europa zu steuern. Denn die Geschäftsbanken geben die Zinsen, die sie selbst zahlen müssen, an ihre Kunden weiter. Bei einem niedrigen Leitzins der EZB wie jetzt bleiben also meist auch die Zinsen für Kredite und Spareinlagen der Kunden niedrig. Da sich sparen kaum lohnt, werden die Menschen animiert, mehr Geld auszugeben und so die Wirtschaft anzukurbeln. Auf lange Sicht kann ein niedriger Leitzins aber in die Inflation führen, also die Geldentwertung. Denn er bewirkt auch, dass sich die Preise verteuern. Das Dilemma derzeit: Die Öl- und Nahrungsmittelpreise befinden sich zwar auf Rekordniveau, die Wirtschaft gerade in Ländern wie Irland und Griechenland braucht aber dringend Finanzspritzen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)