8. März 2011 11:19 Uhr

Mexikos Regierung geht gegen Film über Willkürjustiz vor

In Mexiko ist ein landesweiter Streit über einen Dokumentarfilm über Willkürjustiz entbrannt. Die Regierung hat jetzt die Lizenz für den Film zurückgezogen. Die beiden größten Kinoketten des Landes nahmen den Film daraufhin unter Protest aus dem Programm. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil von vergangener Woche. Ein Richter in Mexiko-Stadt hatte den Film verboten, weil er gegen Persönlichkeitsrechte verstoße. Die Kinos hielten sich aber nicht an das Urteil und verzeichneten seitdem einen hohen Besucherandrang. Der Film mit dem Titel "Vermutlich schuldig" zeigt, wie ein junger Mann 20 Jahre Haft für einen Mord verbüßen soll, den er nicht begangen hat. Die Dokumentation erspielte in drei Wochen rund 2,5 Millionen Euro, gewann mehrere Preise und löste in Mexiko eine Debatte über die Justiz aus.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)