9. März 2011 14:00 Uhr
Man dürfe hoffen, dass die katholische Kirche als Gemeinschaft überlebe - nicht aber das mittelalterliche römische Herrschaftssystem. Das schreibt Hans Küng, emeritierter Professor für ökumenische Theologie, in der "Süddeutschen Zeitung". Er meint: Die römischen Päpste regierten seit dem 11. Jahrhundert als Autokraten. Gegen ihre Alleinherrschaft in der Kirche seien weder Reformkonzile noch die protestantische Reformation noch die französische Revolution angekommen. Genau durch dieses System sei die Kirche krank geworden. Nach der Enthüllung der sexuellen Missbrauchsskandale zeichne sich derzeit aber ein erfreuliches Erwachen des Reformgeistes ab.
Nach Ansicht Küngs muss sich der Papst um die Gemeinschaft bemühen. Er müsse unter anderem die Inquisition abschaffen, Finanzen offenlegen, Priestern die Ehe erlauben und Frauen alle Ämter öffnen. Von der Umsetzung konkreter Reformmaßnahmen hänge es ab, ob und inwieweit die katholische Kirche überlebe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)