15. März 2011 09:25 Uhr

In China werden zu wenig Mädchen geboren

Mädchen nicht erwünscht. Viele Mütter in China wollen lieber einen Jungen als ein Mädchen zur Welt bringen, wenn sie denn wegen der Ein-Kind-Politik nur ein Kind bekommen dürfen. Mädchen werden deshalb häufiger abgetrieben. Forscher haben jetzt festgestellt, dass sich dadurch ein deutlicher Überschuss an Männern ergibt. Im untersuchten Jahr 2005 wurden in China pro hundert Mädchen 121 Jungs geboren. Das geht aus einer Studie im "Canadian Medical Association Journal" hervor.

Seit Anfang der 1980er Jahre können Ärzte per Ultraschall das Geschlecht des Nachwuchses im Mutterleib feststellen. Seitdem - so die Wissenschaftler - sei der Anteil der Jungen langsam aber stetig gestiegen. Weil in China, nicht verheiratet zu sein, als verachtenswert gilt, sei der Männerüberschuss besorgniserregend. Zuviele Junggesellen seien gefährlicher, sozialer Sprengstoff.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)