15. März 2011 07:24 Uhr

Atomkraftwerke zu schlecht gegen Erdstöße geschützt

Auch in Mitteleuropa sind Atomkraftwerke nicht gut genug gegen Erdbebenschäden geschützt. Das sagen zumindest Experten. Die Zeitung "Augsburger Allgemeine" zitiert heute den Geowissenschaftler Eckhard Grimmel vom Hamburger Institut für Geografie. Er sagt, dass heutige Kernkraftwerke etwa einem Beben, wie es 1356 mit einer geschätzten Stärke von 6,5 die Region um Basel erschütterte, vermutlich nicht standgehalten hätten. Die Gefahr werde also deutlich unterschätzt. Die deutsche Politik habe "leichtfertig" gehandelt und den Rat von Experten ignoriert.

Auch der Erdbebenforscher Gottfried Grünthal vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam warnt: Entlang des Rheingrabens habe es Beben der Stärke 6 gegeben. Solche Erdstöße könnten jederzeit wieder auftreten. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, sieht dagegen keinen Grund zur Sorge. Die Sicherheitsstandards der deutschen Atomanlagen seien ausreichend, so zitiert ihn die "Passauer Neue Presse".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)