15. März 2011 10:21 Uhr
Wut nimmt manchmal extreme Formen an. Während der politischen Unruhen in Ägypten wurde zum Beispiel auch vor dem Ägyptischen Museum nicht halt gemacht. Plünderer hatten sich über dessen Schatzkammer hergemacht. Wissenschaftler haben nun Angst, dass auch die Kulturstätten in Libyen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, etwa das Nationalmuseum in Tripolis.
Der Mainzer Archäologe Karl-Uwe Mahler hat Jahre lang in Libyen geforscht. Er sagte der Zeitung "Die Welt", die meisten antiken Stätten lägen in Libyen zwar außerhalb von Ortschaften. Das sei aber keine Garantie dafür, dass sie verschont blieben. Als besonders schützenswert erachte er die Unesco-Welterbestätte "Leptis Magna" 120 Kilometer östlich von Tripolis. Sie sei einst eine der größten Städte des Römischen Reiches gewesen und werde auch das "Pompeji Nordafrikas" genannt. Aus Emails mit anderen Wissenschaftlern weiß Mahler, dass inzwischen wahrscheinlich alle ausländischen Archäologen Libyen verlassen haben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)