15. März 2011 14:31 Uhr

Einzelner Gendefekt löst Gehirntumor aus

Ein Fehler in einem einzigen Gen reicht aus, um einen gefährlichen Gehirntumor auszulösen. Das haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungs- zentrums und der Uniklinik Heidelberg herausgefunden. Dabei handelt es sich um das Gen BRAF. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Signalsteuerung der Zelle. Wie die Wissenschaftler in einem Fachmagazin berichten ("Journal of Clinical Investigations"), sorgt ein ganz bestimmter Defekt in diesem Gen dafür, dass das Wachstumssignal in der Zelle ständig aktiv ist. Der Defekt tritt beispielsweise beim häufigsten Hirntumor bei Kindern, dem pilozytischen Astrozytom, auf. Dort sorgt er dafür, dass der Tumor fast ununterbrochen wächst.

Für ihre Studie schleusten die Wissenschaftler ein defektes BRAF-Gen in Mäuse ein. 91 Prozent der Tiere entwickelten dem Bericht zufolge Tumore. Diese glichen den untersuchten Gehirntumoren. Die Forscher schreiben, das beweise, dass tatsächlich ein einziger Gendefekt ausreiche, um den Tumor auszulösen. Mit Hilfe der erkrankten Mäuse wollen sie nun neue Behandlungsmethoden testen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)