17. März 2011 07:48 Uhr
David gegen Goliath.
So könnte man den Streit bezeichnen, den eine französische Trödlerin mit einer Universitätsbibliothek ausgefochten hat. Die beiden Parteien stritten sich über einen Stapel von Heften, den die Trödlerin vor einigen Jahren im Keller einer Pariser Wohnung gefunden hatte. Sie waren mit dem Vermerk "Nach meinem Tod zu vernichten" gekennzeichnet und stellten sich später als das unveröffentlichte Tagebuch des Schrifstellers Emil Cioran heraus. Die Trödlerin bot die Unterlagen einem Auktionshaus an - doch die Universitätsbibliothek verhinderte den Verkauf. Sie klagte, denn sie fühlte sich als rechtmäßige Besitzerin, da sie zuvor bereits alle anderen Manuskripte Ciorans geerbt hatte. Bereits im vergangenen Jahr entschied ein Pariser Gericht zugunsten der Trödlerin. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, wurde nun das endgültige Urteil gefällt: Die Trödlerin sei keine Diebin oder Hehlerin. Vielmehr habe sie die Manuskripte gerettet.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)