18. März 2011 13:30 Uhr
In Deutschland stehen mittlerweile sechs der sieben ältesten Atomkraftwerke still. Ob sie alle wieder ans Netz gehen, wird von manchen Beobachtern bezweifelt. Wenn die AKWs zurückgebaut werden, könnten allerdings die Lagermöglichkeiten für radioaktive Bauteile knapp werden. Das sagte Jürgen Schmidt, Ingenieur des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik, hier bei Dradio Wissen.
Teile wie die Elektronik könnten wiederverwertet werden, aber hochradioaktive Teile wie der Reaktorkern und dessen Hülle, und auch mittelradioaktive Betonstücke müssten sachgemäß gelagert werden. Dazu kämen alte Brennstäbe, die in den Kraftwerken aufbewahrt würden. Die Kapazitäten der überirdischen Zwischenlager dafür seien fast erschöpft. Die Lagerung müsse aber für die kommenden 20.000 Jahre sichergestellt werden. Schmidt sagte, er könne sich vorstellen, dass die Kosten dafür nicht die Kraftwerksbetreiber, sondern der Steuerzahler übernehmen müsse.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)