21. März 2011 14:22 Uhr
Tunesien und Ägypten müssen sich vor neuen Despoten in Acht nehmen. Das meint die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi. Wer einen Diktator verjage, müsse aufpassen, dass an seine Stelle kein anderer trete, so die Menschenrechtsaktivistin in einem Interview mit Dradio Wissen. Sie warnt die Opposition in Nordafrika davor, die gleichen Fehler wie im Iran zu machen. Dort sei nach der Revolution von 1979 dem Schah eine andere Diktatur gefolgt. Mit Blick auf die Demokratiebestrebungen in Nordafrika erinnerte Ebadi an die Protestbewegung im Iran. Sie sei nach wie vor aktiv und verbreite ihren Protest im Internet. Tagelange Proteste auf den Straßen hatte es zuletzt nach den iranischen Wahlen im Sommer 2009 gegeben. Die Opposition warf Präsident Mahmoud Ahmadinedschad Wahlbetrug vor. Dieser ließ die als "grüne Revolution" bekannten Proteste niederschlagen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)