22. März 2011 15:23 Uhr
Warum leiden immer mehr Menschen in Deutschland an Depressionen? Diese Frage sollen meistens Neurologen oder Psychologen beantworten. Doch seelische Krankheiten sind nicht nur ein Thema für Mediziner. Der Kulturwissenschaftler Claus Leggewie wird morgen in Essen den Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie eröffnen. Im Deutschlandradio Kultur machte sich Leggewie dafür stark, mehr über die gesellschaftlichen Verhältnisse zu diskutieren. Sie seien es häufig, die Menschen an ihre psychischen Grenzen führten. Leggewie nannte als Beispiel die heutige Arbeitswelt. In ihr könnten Menschen ihre Talente nicht mehr entfalten. Sie fühlten sich wie Apparate und das mache sie krank. Nach Ansicht von Leggewie spielt die Gesellschaft auch bei der Behandlung von Depressionen eine Rolle. Nicht nur Antidepressiva oder Therapie-Stunden könnten helfen, sondern auch kreative Tätigkeiten für die Gemeinschaft. Betroffene schöpften Hoffnung, wenn sie sich für gemeinschaftliche Ziele einsetzten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)