23. März 2011 11:55 Uhr
Besonders appetitlich ist unser heutiger Blick ins Lexikon nicht. Es geht um die sogenannten "Koprophagen". Das sind Lebewesen, die den eigenen oder fremden Kot verdauen können. Weil sie organische Stoffe verwerten, die andere Tiere unverdaut ausscheiden, spielen die Koprophagen eine wichtige Rolle im ökologischen Stoffkreislauf.
Es gibt verschiedene Koprophagen, darunter Insekten wie Mistkäfer oder Milben. Aber auch Säugetiere können Kotfresser sein. Kaninchen, Hasen und Meerschweinchen gehören etwa zu dieser Gruppe. Sie werden auch Auto-Koprophagen genannt, da sie ihren eigenen Kot, nicht den anderer Tiere, fressen. Ihr Verdauungssystem schafft es nicht, während der ersten Darm-Passage alle Nährstoffe und Vitamine zu verwerten. Indem sie ihren Kot fressen, käuen sie die erstverdaute Nahrung im Prinzip wieder.
Nicht immer allerdings ist Koprophagie nützlich oder natürlich. Wenn Menschen ihren eigenen Kot essen, leiden sie häufig an psychischen Störungen wie Zwangserkrankungen, Demenz oder Schizophrenie. Auch als sexueller Fetisch kann Koprophagie auftreten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)