23. März 2011 13:58 Uhr
Berichten zufolge werden am japanischen Reaktor Fukushima Hilfsarbeiter eingesetzt. Dem Präsidenten der Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, zufolge ist diese Praxis auch in Deutschland gängig. Pflugbeil sagte im Interview mit Deutschlandradio Kultur, dass etwa für Reinigungsarbeiten Fremdfirmen engagiert würden. Das machten die Kraftwerksbetreiber, um sich, Zitat: "nicht die eigene Statistik zu versauen. Und um die Leute locker wieder loswerden zu können, wenn sie genug Strahlung abgekriegt haben". Laut Pflugbeil ist der Einsatz der eigenen Arbeiter zu teuer. Sie würden schnell die Strahlenschutzgrenzwerte erreichen, und wären dann nicht mehr richtig zu verwenden. Das sei ein weltweit praktiziertes Verfahren.
Mit Blick auf Japan betonte der Atomkraftexperte, die Situation sei noch keineswegs entschärft. Es sei ein "Medienproblem", dass die Nachrichten von der Reaktorkatastrophe langsam in den Hintergrund rückten. So kämen sie in Nachrichtensendungen manchmal erst nach den Meldungen über den Tod von Knut, dem Eisbären.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)