23. März 2011 14:55 Uhr

Rolle der Ärzte zur NS-Zeit

Nicht immer haben deutschen Ärzte ihren Dienst im Sinne der Gesundheit geleistet.

Zur Rolle der Ärzteschaft während des National-Sozialismus ist nun ein Bericht erschienen, der den Stand sämtlicher bisheriger Forschungen zusammenfasst. Der Präsident der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe erklärte dazu: Ärzte hätten während der NS-Zeit systematisch an der Ermordung von Kranken mitgewirkt und sich an der Vertreibung jüdischer Kollegen beteiligt. Dem Forschungsbericht nach fielen der NS-Euthanasie fast 300.000 Menschen zum Opfer, darunter Patienten psychiatrischer Anstalten und KZ-Häftlinge. Rund 400.000 Menschen wurden ihrer sogenannten Minderwetigkeit wegen zwangssterilisiert.

Der vorgelegte Bericht "Medizin und National-Sozialismus" kann laut Bundesärztekammer-Präsident und Forschern aber nur einen Teil der Medizin-Geschichte zur NS-Zeit aufdecken. Eine vollständige Aufarbeitung stehe noch aus.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)